Es sollte mehr gewartet werden. Einfach mal beobachten, wie sich um die Zehen eine kleine Kavitation bildet wenn man seine Zehen bewegt und schon sind ein paar Stunden vergangen. Dazu eine kühle Erfrischung und Freunde, die sich um den Antrieb des Tretboots kümmern. So läßt es sich Warten.
Strafen für den Müßiggang?! Die Entstehung läßt sich auf die erfolgreiche Lobbyarbeit der Calvinisten zurückführen. Mit der Einführung des Gesetzes ist der Calvinist doppelt erfolgreich: Die Totsünde - der Müßiggang oder das Warten - wird spürbar sanktioniert und die Durchsetzung des Gesetzes ist mit einem wirtschaftlichen Erfolg verbunden. Vorbildlicher kann ein Calvinist nicht handeln!
So ist es richtig! Anscheinend sind wir in München nicht die Einzigen die Warten. Umso mehr freut es uns, daß diese Botschaft so plakativ auch im geschäftlichen Umfeld präsentiert wird. Wer hat schon soviel Platz auf seinem privaten Fortbewegungsmittel, die frohe Botschaft adäquat zu platzieren.
Auch in der Werbebranche werden die Tugenden Geduld und Beharrlichkeit verwendet. Guiness hat sich in den Jahren 1998 und 1999 einige exzellente Spots für den Slogan “Good things come to those who wait” drehen lassen. Der geneigte Warter kommt jedenfalls auf seine Kosten. Die drei besten Spots sind in diesem Beitrag eingbettet.
Die Regie für “The Surfer” wurde von Jonathan Glazer geführt. “The Surfer” war einer der erfolgreichsten Spots und erhielt anläßlich der “Film Lion 1999″ in Cannes unter anderem einen golden Lion. Here is to wainting!
Verpassen Sie nicht noitulovE oder “The Longest Wait” und rufen Sie den ganzen Artikel auf:
Auch im Tierreich finden sich Arten, die dem Müßiggang frönen und belohnt werden. Das muß nicht unbedingt ein Faultier oder eine Schnecke sein. Also, nicht immer rennen. Das bringt Sie weder als Löwe und erst recht nicht als Springbok weiter. Manchmal kommt das Glück unverhofft auch ohne Anstrengung.
Wie uns Frau Andrea Giesbrecht-Schmitz vom General-Anzeiger Bonn zu verstehen gibt, sind wir mit unserer Warteeinstellung auf ziemlich verlorenem Posten. Wir üben uns in Geduld; das richtige Warten will gelernt sein.
“Es gibt jedoch Exoten, die sich nicht nur in Geduld üben, sondern für die das Warten sogar ein Genuss ist. Die Freunde von www.warten.org zum Beispiel erklären das Warten zu einem Luxus in einer beschleunigten Welt: Es komme nur darauf an, wie man wartet. Sie blicken nach Indonesien, wo warten nongkrong heißt, was übersetzt so viel bedeutet wie “herumsitzen und nichts tun”.
Müßiggang kann man James Bond wohl nicht unterstellen, die angenehmen Seiten des Lebens weiss 007 jedoch zu schätzen. Allerdings ist hier Daniel Craig im Film Layer Cake zu sehen. XXXX (so der Name des Charakters) wird gerade das englische Sprichwort/ Proverb “Good things come to those who wait” serviert. Warten lohnt sich definitiv.
Viel gesehen, häufig geschmäht. Die Uhr auf dem Pictogramm neben der wartenden Person sagt eigentlich schon alles: Die Warteräume der Deutschen Bahn laden nicht unbedingt zum Verweilen ein. Besser wartet es sich da in einem nahegelgenen Café oder an der frischen Luft - wenn das Wetter stimmt. Warten ist schließlich nicht eine reine Zeitüberbrückung, sondern geschenkte Zeit für den Müßiggang.